Lebensqualität als suchtmedizinischer Kompass
«Lebensqualität ist kein zusätzliches Nice-to-have, sondern Kernindikator guter Behandlung!» – Philip Bruggmann, unser Chefarzt Forschung & Medizinentwicklung, hat einen wertvollen Beitrag im SuchtMagazin veröffentlicht. Er zeigt, wie sich der Blick auf Behandlungserfolge in der Suchtmedizin weiten muss.
Zentrale Aussagen
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Klassische Erfolgskriterien wie beispielsweise eine Abstinenz oder der Verbleib in der Therapie reichen allein nicht aus, um zu zeigen, ob eine Behandlung wirklich wirkt. Lebensqualität rückt als zusätzliche subjektive Grösse in den Fokus.
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Studien zeigen, dass sich die Lebensqualität unter OAT vor allem in den ersten Behandlungsmonaten deutlich verbessert, danach aber oft eine Plateauphase folgt. Es braucht mehr als nur die Abgabe von Medikamenten.
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Fragebögen liefern wichtige Daten für die Forschung, erfassen aber nicht alles, was für Patient*innen zählt. Solche Skalen können das persönliche Gespräch deshalb sinnvoll ergänzen, aber nicht ersetzen.
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Die OAT stabilisiert neurobiologisch Stress- und Belohnungssysteme und reduziert Craving sowie Entzugssymptome. Dadurch gewinnen Betroffene, deren Alltag nicht mehr von Beschaffungsdruck und Intoxikationen dominiert wird, wieder Handlungsspielraum zurück.
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Methadon ist in der Schweiz die am häufigsten verschriebene OAT-Substanz, bringt aber Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Verstopfung oder sexuelle Funktionsstörungen mit sich, die den Alltag stark belasten können. Daraus folgt: Bei der Substanzwahl sollten nicht nur Wirksamkeit oder Sicherheit zählen, sondern auch die Auswirkungen auf die Lebensqualität aktiv mitgedacht werden.
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Mit zunehmendem Alter und längerer Erkrankungsdauer gewinnen palliative Fragestellungen an Bedeutung. Hier steht oft nicht mehr die Abstinenz, sondern ein Leben mit möglichst wenig Symptomlast und möglichst viel Autonomie im Mittelpunkt.
Quelle: SuchtMagazin 2/2026, Lebensqualität als medizinischer Kompass