Forschung für die Praxis

Eine rationale, wissenschaftlich fundierte Suchtmedizin – dafür stehen wir ein! Dank unseren Forschungsprojekten und Publikationen wird unser Angebot laufend evaluiert, weiterentwickelt und ausgebaut. Und zwar immer mit dem Ziel, die körperliche, psychische und soziale Gesundheit und die allgemeine Lebensqualität von Menschen mit Suchtproblemen zu verbessern.

Die Forschungsarbeit der Arud ist unabhängig, praxisorientiert und interdisziplinär ausgerichtet. Inhaltliche Schwerpunkte bilden die Schadensminderung des Konsums legaler und illegaler Substanzen sowie internistische, infektiologische (Hepatitis, HIV) und psychiatrische Fragestellungen. Neben eigenen Projekten beteiligen wir uns an nationalen und internationalen Verbundprojekten.

Publikationen

Sie finden unsere Publikationen und Fachartikel auf dem Researchgate-Account der Arud.

Laufende Projekte

Schweizerische Hepatitis-C-Kohortenstudie

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Die Schweizerische Hepatitis-C-Kohortenstudie (Swiss Hepatitis C Cohort Study; SCCS) ist eine systematische Längsschnittstudie zur Erfassung Hepatitis C-infizierter Personen in der Schweiz. Die Arud rekrutiert Patient:innen für diese Kohortenstudie seit deren Beginn.

Zwei von der Arud initiierte Projekte aus Daten der Schweizerischen Hepatitis-C-Kohortenstudie trugen zu einem Paradigmenwechsel in der Hepatitis-C-Behandlung von Menschen mit aktivem intravenösem Substanzkonsum und von Menschen mit übermässigem Alkoholkonsum bei.

Schweizerische HIV-Kohortenstudie

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Die Schweizerische HIV-Kohortenstudie (SHCS) ist eine systematische Längsschnittstudie zur Erfassung HIV-infizierter Personen in der Schweiz.

Das Hauptziel ist, eine optimale Patientenversorgung zu gewährleisten, die HIV-Übertragung zu reduzieren und Forschungen zu HIV-Behandlung, Pathogenese, Co-Infektionen, Immunologie und Virus-Wirt-Interaktionen durchzuführen.

Es handelt sich um eine Zusammenarbeit der Ambulatorien für Infektionskrankheiten aller Schweizer Universitätskliniken und zweier großer Kantonsspitäler, die alle mit angeschlossenen Labors verbunden sind, sowie von angeschlossenen kleineren Krankenhäusern und Privatärzten, die HIV-Patienten behandeln. Die SHCS ist repräsentativ für die Schweizer HIV-Epidemie.

Arud Mortalitätsstudie

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Retrospektive Analyse der Todesursachen und Grundleiden von verstorbenen Personen, welche zwischen 1992 und 2013 in einem Arud-Zentrum für Suchtmedizin in Behandlung standen.

Bei Personen mit einer Opioidabhängigkeit ist das Mortalitätsrisiko markant höher als in der Allgemeinbevölkerung. Mit Hilfe von Opioid Agonisten Therapieen kann die frühzeitliche Sterblichkeit reduziert werden, bleibt jedoch substanziell erhöht.
Die Todesursachen von Patienten und Patientinnen in substitutionsgestützter Behandlung unterscheiden sich stark von denjenigen in der Gesamtbevölkerung. Neben Überdosis / Mischintoxikationen sind einschlägige lebensstilbedingte Vorerkrankungen die häufigste Ursache.
Vor allem im Hinblick auf letztere kann die systematische Auswertung von Todesfällen von Personen mit Opioidabhängigkeit wertvolle Hinweise für eine Optimierung des suchtmedizinischen Behandlungsangebots liefern.

SAMMSU-Kohorte

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Ziel des Projektes ist es, ein Netzwerk als gemeinsame Plattform für alle Experten und Organisationen aufzubauen, die in der Schweiz für die Behandlung von Drogenkonsumenten tätig sind, um die interdisziplinäre medizinische Versorgung von Substanznutzenden einschliesslich präventiver Aspekte zu verbessern.

Die SAMMSU-Kohorte ist eine offene Kohorte, die darauf abzielt, repräsentative Daten für die deutsche, französische und italienische Schweiz zu erheben, von Personen, die Opioidsubstitution bei einem Anbieter mit integrierter somatischer Versorgung in Anspruch nehmen. Die longitudinale Datenerhebung wird auf jährlicher Basis durchgeführt: Zu Beginn und anschliessend in jährlichen Abständen wird eine Reihe von soziodemografischen und medizinischen Daten erhoben, darunter Drogenkonsum, Risikoverhalten, Komorbiditäten, Medikamente, Impfungen und Labordaten (e-CRF). Die Standardanalyse umfasst die regelmässige Beschreibung des Samples. Der vollständige Datensatz kann für die Analyse eines bestimmten Projekts beantragt werden.

SwissPrEPared Projekt zur HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe

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Checkpoint Zürich beteiligt sich am schweizweiten, multizentrischen Projekt SwissPrEPared. Das Ziel ist, Menschen mit einem erhöhten HIV-Risiko möglichst gut zu betreuen und neue HIV-Infektionen zu verhindern.

Um das zu erreichen besteht SwissPrEPared aus zwei sich ergänzenden Teilen: Zum einen handelt es sich um ein Programm, welches die Qualität bei der Beratung durch Ärztinnen und andere Gesundheitsexpertinnen verbessern soll. Zum anderen handelt es sich um eine Studie mit dem Ziel, wichtige Fragen zur PrEP – ein Medikament, das richtig eingenommen sehr wirksam vor einer Infektion mit dem HI-Virus schützt – und weiteren relevanten Gesundheitsthemen wissenschaftlich zu beantworten.

SwissPrEPared wird daher von Experten aus der Praxis, der Community und aus der Wissenschaft begleitet.

Hepatitis C Test-Häufigkeiten und Positivraten in der Schweiz im zeitlichen Verlauf 2007-2017

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Das Schweizerische Bundesamt für Gesundheit (BAG) verpflichtet die Laboratorien, alle positiven Test-ergebnisse einer replizierenden Hepatitis-C-Infektion zu melden. Die Anzahl durchgeführter HCV-Tests wird hingegen nicht erhoben, Die Testhäufigkeiten und Positivraten sind daher nicht bekannt.

Ziel dieses Dissertationsprojektes ist es, den longitudinalen Verlauf der Hepatitis C Test-Häufigkeiten und -Positivraten in der Schweiz für die Jahre 2007 bis 2017 zu beschreiben.

Mit Hilfe von durch das BAG zur Verfügung gestellten Daten aus dessen Meldewesen werden zwei Faktoren berechnet, um die von den an der Studie teilnehmenden Laboratorien berichteten Werte einerseits für mehrfache Tests der gleichen Person zu korrigieren und anderseits die Rate positiver PCR-Tests zu extrapolieren.

DAM-Take-Home Psy und ProDAM

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In der Heroin gestützten Behandlung (HeGeBe) sind, seit Beginn der Corona-Pandemie, erweiterte Diaphin© (DAM) Mitgaben bis zu einer Woche erlaubt.

Wir möchten herausfinden, welche Auswirkungen die verlängerten Mitgaben haben, und wie zufrieden die Patienten insgesamt damit sind.

DAM Take-Home Psy: Wiederholte Telefonische Befragungen von Patient:innen der Arud und in anderen HeGeBe-Zentren. Die Daten werden nur anonym und unabhängig von der Krankenakte gespeichert.
ProDAM: Retrospektive Analyse von Daten aus der elektronischer Krankengeschichte

DAM-intranasal-Beobachtungsstudie

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In der heroingestützten Behandlung gibt es in der Schweiz zurzeit die Möglichkeit, Diaphin® zum Spritzen und als Tablette einzunehmen. Neu wird die nasale Einnahme in einigen Behandlungszentren der Schweiz als „off-label“-Behandlung angeboten.

In dieser multizentrischen Studie wird untersucht, welcher Anteil an Patienten langfristig in dieser Behandlungsform bleibt, wie sich Dosierungen, Substanzkonsum und Gesundheit entwickeln und wie die Einschätzung dieser Behandlungsform durch die Patient:innen ist.

Daher werden Patient:innen, die nasales Diaphin® erhalten, über 3 Jahre insgesamt 5-mal zu ihren Erfahrungen und Einschätzungen befragt. Darüber hinaus werden Informationen zu den bisher verordneten Anwendungen von Diaphin® aus dem Patientendossier analysiert.