06. Januar 2026  |  Aktuelles

SAMMSU-Kohortenstudie bestätigt: Opioid-Agonisten-Therapie wirkt. Der Versorgungsbedarf wird komplexer.

Die am 6. Januar 2026 veröffentlichte Analyse der nationalen SAMMSU*-Kohorte (2014–2024) liefert erstmals einen umfassenden Überblick über die gesundheitliche Situation von über 1’500 Patient:innen in der Opioid-Agonisten-Therapie (OAT) in der Schweiz. Ein Grossteil der teilnehmenden Patient:innen stammen von der Arud.

Wichtige Erkenntnisse:

  • Die OAT-Population wird deutlich älter (Medianalter inzwischen ~51 Jahre).

  • Chronische körperliche Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, COPD oder Osteoporose treten früher und häufiger auf als in der Allgemeinbevölkerung.

  • Psychische Erkrankungen und die gleichzeitige Einnahme vieler Medikamente sind sehr häufig.

  • Die OAT ist wirksam: Illegale und intravenöse Substanznutzung nehmen über die Zeit klar ab.

  • Die Gesundheitsrisiken verlagern sich weg von akuten substanzbedingten Schäden hin zu komplexen, chronischen, körperlichen Mehrfacherkrankungen.

  • OAT-Angebote müssen sich von einer rein suchtmedizinischen Behandlung zu einer umfassenden, langfristigen und integrierten Versorgung weiterentwickeln.

Herzlichen Dank an unsere Patient:innen
Ein grosser Teil der Teilnehmer:innen der Studie sind Arud-Patient:innen. Sie prägen diese nationale Datengrundlage wesentlich mit und machen sichtbar, womit OAT-Patient:innen heute tatsächlich konfrontiert sind.

Hintergründe der Studie
Eine Kohortenstudie begleitet eine klar definierte Gruppe von Menschen über längere Zeit, um zu beobachten, wie sich Gesundheit, Erkrankungen und Versorgungsbedarf entwickeln.

«OAT» Die Opioid-Agonisten-Therapie ist eine medikamentöse Behandlung bei Opioidabhängigkeit, kombiniert mit medizinischer, psychischer und sozialer Betreuung.

«SAMMSU»* steht für Swiss Association for the Medical Management in Substance Users und ist eine schweizweite Kohorte aus spezialisierten Behandlungszentren.

Autoren aus dem Arud-Team
Philip Bruggmann, Co-Chefarzt Innere Medizin
Oliver Senn, Facharzt Innere Medizin, Vorstandsmitglied

Kooperationspartner der Studie
Institut für Hausarztmedizin, Universitätsspital Zürich, Universität Zürich

Klinik für Infektiologie und Infektionsprävention, Kantonsspital Aarau

Fondazione Epatocentro Ticino / Ingrado Suchtdienste, Lugano

Unabhängige Forschungstätigkeit, Basel

Swiss Hepatitis, Zürich

Stiftung Suchthilfe, St. Gallen

Privatpraxis, Lausanne / HepC Virtual Clinic, Lausanne

Klinik für Infektiologie, Universitätsspital Bern, Universität Bern

Les Toises, Sitten

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