19. Februar 2019  |  Aktuelles

Wundbehandlung mit Kaltplasma

Immer mehr Patientinnen und Patienten leiden unter chronischen, nicht heilenden Wunden – gerade auch im Kontext von intravenösem Substanzkonsum. Häufig sind chronische Wunden zudem mit Bakterien und resistenten Keimen infiziert, was den Heilungsprozess noch weiter erschwert.

Lange Zeit stellten die klassische Wundreinigung (Debridement) mit dem Auflegen von Verbänden oder die Vakuumtherapie die einzigen Behandlungsmöglichkeiten dar. Die Therapie ist oft langwierig und führt in vielen Fällen nicht zur Abheilung der Wunde.

Seit Kurzem steht nun eine neuartige und wirkungsvolle Methode zur Verfügung: Die Kaltplasmatherapie. Die Arud verfügt seit letztem Frühling über ein Kaltplasma-Gerät und bietet eine solche Therapie an.

Was ist Plasma?

Plasma ist ein Aggregatszustand, der erreicht wird, wenn einem Gas zusätzliche Energie zugeführt wird. So spricht man bei Plasma auch vom viertem Aggregatszustand – nach Feststoffen, Flüssigkeiten und Gasen. Die Blitze, die sich bei einem Gewitter entladen, sind anschauliche Beispiele für dieses Phänomen.

Während thermische Plasmen in der Medizin schon seit über zwei Jahrzehnten genutzt werden, ist der Einsatz von kaltem Plasma relativ neu: Dank technischen Innovationen ist es möglich geworden, kaltes Plasma kontrolliert zu erzeugen. Da dieses keine thermischen Wechselwirkungen mit Geweben eingeht, eignet sich kaltes Plasma für die Anwendung auf lebenden Zellen und eröffnet damit ganz neue Einsatzmöglichkeiten.

Wie wirkt kaltes Plasma?

Kaltplasma zeigt bei der dermatologischen Anwendung eine Reihe von Wirkungen, die für den Heilungsprozess sehr förderlich sind:

  • Stark entzündungshemmend
  • Antimikrobiell: Es wird ein breites Spektrum an Bakterien, Sporen, Viren und Pilzen abgetötet
  • Wundheilungsfördernd, regt die Zellproliferation und Zellmigration an
  • Steigert die Kollagensynthese

Wie funktioniert die Therapie?

Die Anwendung des Kaltplasmas erfolgt nicht-invasiv und berührungslos und ist schmerzfrei. Die Therapie geniesst damit eine hohe Akzeptanz bei den Patientinnen und Patienten.

Um die Wundheilung anzuregen, wird die Wunde während kurzer Anwendungszeit mit dem Plasma behandelt. Die antibakterielle Wirkung des Kaltplasmas führt dabei in Kombination mit der mechanischen Anregung des Wundgrundes zur Wundaktivierung und zu Zellwachstum.

Die Art und Dauer der Plasmatherapie ist abhängig vom spezifischen Wundverhältnis. In der Regel kommt die Patientin oder der Patient 1-2 Mal pro Woche vorbei. Bereits nach wenigen Sitzungen sieht man eine Verbesserung der Wundheilung – selbst bei Wunden, bei denen der Heilungsprozess vor Monaten oder gar Jahren zum Stillstand gekommen ist.

Es sind bislang weder Resistenzentwicklungen noch Nebenwirkungen oder Komplikationen bekannt. Die Therapie führt somit bei Menschen mit chronischen Wunden meist zu einer grossen Steigerung der Lebensqualität.

Für nähere Auskünfte zur Therapie stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Für Auskünfte: