12. Juni 2018  |  Medienmitteilungen

Für mehr Sicherheit und Gesundheit

Drogen zu verbieten, ist gefährlich und fahrlässig, denn konsumiert werden sie trotzdem. Das Verbot bewirkt, dass sich Konsum, Produktion und Handel in die Illegalität verlagern – mit gravierenden Folgen für Konsumierende und die Gesellschaft als Ganzes.

Die Leidtragenden der Drogenverbotspolitik sind wir alle:

  • Die Mutter, die sich sorgt, dass ihr Kind im Ausgang mit verschiedenen Substanzen experimentiert, ohne die Inhaltsstoffe und die Wirkungsstärke zu kennen.
  • Die Büroangestellte, die den Cannabis- dem Alkoholkonsum vorzieht und aufgrund dieser Präferenz kriminalisiert wird.
  • Der Familienvater, der Probleme im Umgang mit Kokain hat – und der sich durch die uneingeschränkte Verfügbarkeit von Kokain und den aggressiven Verkaufsmethoden der Dealer ständig Versuchungen ausgesetzt sieht.
  • Die Bürgerin und der Bürger, mit deren Steuergeldern ein sinnloser, längst gescheiterter Krieg finanziert wird – der «Krieg gegen die Drogen».
  • Die Polizei und die Gerichte, die sich täglich mit Bagatelldelikten im Betäubungsmittelgesetz befassen müssen, ohne dass die Arbeit einen nachhaltigen Effekt erzielt.

Der Schwarzmarkt kennt nur einen Gewinner: die organisierte Kriminalität. Anbau, Produktion und Handel von psychoaktiven Substanzen sind ein milliardenschweres Geschäft – und die Nachfrage steigt kontinuierlich. Die Staaten wiederum stecken Milliarden in die Strafverfolgung – ohne Effekt.

Marktregulierung: Die Spielregeln bestimmt der Staat

Doch es geht auch anders: Mit einem regulierten Drogenmarkt legt der Staat die Spielregeln fest. Dazu muss die Welt nicht neu erfunden werden: Viele der psychoaktiven Substanzen, die als Drogen verboten sind, werden problemlos und sicher für den medizinischen Gebrauch hergestellt. Dazu gehören Opiate, Amphetamine und Cannabis. Fast die Hälfte der weltweiten Opiumernte ist legal und wird zur Herstellung von verschiedensten pharmazeutischen Produkten verwendet.

Wie eine Marktregulierung für psychoaktive Substanzen in der Schweiz aussehen könnte, zeigt unser Jahresbericht auf. Mehr Informationen finden Sie zudem unter arud.ch/marktregulierung.

Dank des Umzugs ist die Arud gerüstet für die Zukunft

Die Arud Zentrum für Suchtmedizin hat im letzten Jahr einen grossen Schritt gemacht: Die vier Stadtzürcher Standorte wurden an der Schützengasse 31 zusammengeführt; das Zentrum in Horgen bleibt bestehen. Der neue Standort ermöglicht es, alle Patientinnen und Patienten umfassend und interdisziplinär unter einem Dach zu unterstützen. Das Angebot reicht von psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlungen über hausärztliche und infektiologische Sprechstunden bis hin zu sozialarbeiterischer Hilfe.

Für Auskünfte: