26. April 2017  |  Medienmitteilungen

Für weiteren Fort- statt Rückschritt

2016 war ein Jahr der Fort- sowie der Rückschritte in der Suchtbehandlung und der Suchtpolitik weltweit – so auch in der Schweiz. Als Pionierin im Suchtbereich hat Arud Zentren für Suchtmedizin das Jahr ihres 25-jährigen Bestehens für die laufende Optimierung ihrer Arbeit und die Weiterentwicklung ihrer Organisation genutzt.

Während auf den Philippinen oder in Mexiko der «Krieg gegen Drogen» weiterhin unzählige Opfer fordert, suchen Länder wie Kanada oder US-Bundesstaaten von Kalifornien bis Maine längst einen innovativen Umgang mit Substanzen wie Cannabis – dies führt der Jahresbericht in Form einer Weltkarte vor Augen (auch gratis als Plakat erhältlich im Webshop).

Dringender Handlungsbedarf auch in Schweiz

In der Schweiz hat eine interkantonale Projektgruppe in vier Städten einen Pilotversuch zur kontrollierten Abgabe von Cannabis lanciert. Aber: Vorurteile gegenüber Opioiden führen hierzulande nach wie vor dazu, dass Betroffenen keine adäquate Therapie erhalten. Drugchecking wird nur in wenigen Städten angeboten und deshalb Partydrogen in unklarer Konzentration und mit gefährlichen Beimengungen konsumiert. Auch werden Menschen mit problematischem Alkoholkonsum von Hausärztinnen und -ärzten immer noch zu selten darauf angesprochen. Und die Repression verschlingt mit rund 800 Millionen Franken mehr als die Hälfte der staatlichen Kosten, die im Suchtbereich aufgewendet werden, während in die Therapie knapp ein Drittel investiert wird. Kurz: In die Schweizer Suchtpolitik muss wieder Bewegung kommen.

Suchtbehandlung und Suchtpolitik brauchen einen Schritt nach vorn

Für 1‘ 862 Patientinnen und Patienten hat die Arud mit ihren 117 Mitarbeitenden medizinische Leistungen im Wert von 12,6 Millionen Franken erbracht – über 6 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies nur einige der Kennzahlen aus dem aktuellen Jahresbericht, die belegen: Die Arud hat das Jubiläumsjahr 2016 nicht für den Blick zurück, sondern für den Blick nach vorn genutzt. Denn der zeitgemässe Umgang mit Sucht erfordert zeitgemässe Mittel und zeitgemässe Angebote. Deshalb konzentriert die Arud Ende 2017 die Kräfte an zwei Standorten: Zürich und Horgen.

Konzentration der Kräfte in Zürich und Horgen

Konkret bedeutet dies: Die Zürcher Standorte Aussersihl, Stampfenbach und Hauptbahnhof inklusive Geschäftsstelle werden an der Schützengasse 31 zusammengeführt, der Standort Horgen bleibt weiterhin bestehen. Die neuen Räumlichkeiten und Apparaturen sowie die Anpassungen der Organisation werden es der Arud ermöglichen, ihre Arbeit in Zukunft noch effizienter und patientengerechter zu leisten. Denn der Handlungsbedarf ist unvermindert gross – gerade auch in der Schweiz.

Für Auskünfte: