Ab wann habe ich ein Alkoholproblem?

Alkohol ist in unserem Alltag so präsent, dass es oftmals schwierig einzuschätzen ist, ob das eigene Trinkverhalten noch massvoll oder doch schon problematisch ist. Es gibt einige Anzeichen, die dabei helfen, das eigene Trinkverhalten selbstständig einordnen zu können.

Es fällt Ihnen immer schwerer, Ihr Trinkverhalten zu kontrollieren

Sie haben nicht mehr die vollständige Kontrolle über Ihr Trinkverhalten oder die getrunkene Alkoholmenge: Zum Beispiel, wann Sie mit dem Trinken beginnen, wieviel Sie konsumieren, unter welchen Umständen oder zu welchen Gelegenheiten Sie trinken oder wann Sie mit dem Trinken aufhören. Häufig ist diese beeinträchtigte Kontrolle begleitet von starkem Verlangen, Alkohol zu konsumieren. Das alles können Hinweise sein, dass es hilfreich wäre, sich mit einer Fachperson auszutauschen.

Eine Alkoholsucht schleicht sich oft unbemerkt in den Alltag

Viele Betroffene rutschen unbemerkt vom unproblematischen Genusstrinken in eine Alkoholsucht. Auch für das nahe Umfeld ist dieser Prozess häufig kaum bemerkbar.

Man kann sein Leben im Griff haben – und trotzdem ein Alkoholproblem haben. Viele Betroffene gehen erfolgreich ihrem Beruf nach und sind sozial gut integriert. Eventuelle körperliche, psychische oder soziale Probleme können dabei oft erst nach vielen Jahren auftreten.

Alkohol zu trinken, wird zu einer zunehmenden Priorität in Ihrem Leben

Alkoholtrinken nimmt eine immer zentralere Rolle in Ihrem Alltag ein und verdrängt dadurch immer stärker andere Lebensbereiche. Es wird dabei auch dann weiter getrunken, wenn der Alkohol beginnt, im Alltag Probleme zu bereiten.

So hat der Alkoholkonsum zusehends Vorrang vor:
• anderen Interessen oder Vergnügungen
• täglichen Aktivitäten
• Verantwortlichkeiten
• der Gesundheits- oder Körperpflege

Sie sind trinkfester und an Tagen ohne Alkohol geht es Ihnen schlechter

Sie merken, dass Sie trinkfester sind als früher. Sie trinken schneller und mehr, um den gewünschten Effekt zu erreichen. Es wird schwierig, konsumfreie Tage einzuhalten.

Es treten Entzugserscheinungen nach Konsumunterbrüchen auf: Besteht eine Alkoholabhängigkeit, beginnen ca. 10 Stunden nach dem letzten Konsum Entzugsbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Zittern der Hände, Herzrasen, hoher Blutdruck, Schweissausbrüche, Angst, Reizbarkeit, depressive Stimmung, Schlaflosigkeit.

Oft wird in diesen Fällen Alkohol getrunken, um Entzugserscheinungen zu vermeiden oder mildern. Diese körperlichen Merkmale sind ein dringender Hinweis, dass ein Gespräch mit einer Fachperson angebracht ist.

Süchtig oder nicht süchtig?

Eine Frage, auf die es keine allgemeingültige Antwort gibt. Das Spektrum möglicher Konsumformen ist breit - und ebenso vielfältig wirken sich diese auf die Lebensführung und die Gesundheit aus.

Von Abstinenz – vorübergehende oder längerfristige – über moderaten Konsum und über problematisches Trinken bis zur Abhängigkeit: die Grenzen zwischen den verschiedenen Stadien sind fliessend. Übergänge sind in alle Richtungen möglich.

Tipps für den Alltag

Das Leben muss nicht aus den Fugen geraten, damit ein Alkoholproblem bestehen kann! Auch haben Alkoholprobleme nichts mit schwacher Willenskraft zu tun, sondern sind eine menschliche Reaktion auf bestimmte Lebensumstände. Dabei kann sich diese Bewältigungsstrategie zu einer chronischen und tödlichen Krankheit entwickeln.


- Legen Sie Alkoholfreie Tage ein, mindestens 3 pro Woche
- Reduzieren Sie die Anzahl getrunkener Gläser
- Greifen Sie zu Getränken mit weniger Alkoholgehalt
- Führen Sie ein Konsumtagebuch, in einem Notizheft oder mit dem Arud Konsumtagebuch, um einen Überblick über die getrunkene Alkoholmenge zu erhalten

Falls es Ihnen schwerfällt, Ihre persönlichen Ziele einzuhalten, hilft Ihnen die Arud gerne weiter – unkompliziert und diskret.

Das Poster zum Jahresbericht 2021



In diesem Jahr ist das Thema des Jahresrückblicks Alkoholkonsum.

Alle Illustrationen ©Benjamin Hermann

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