FAQs zur Arud

Wir erhalten immer wieder Anfragen von Schülern und Studentinnen, die im Rahmen ihrer Ausbildung eine Arbeit zu Drogen, Sucht oder den politischen Rahmenbedingungen schreiben sollen. Hier geben wir Antworten auf die häufigsten Fragen und empfehlen Literatur und Links für weiterführende Informationen.

Über die Arud

Die Arud ist eine Non-Profit-Organisation, die 1991 von engagierten Ärztinnen und Ärzten und anderen Suchtfachleuten gegründet wurde, um der Schliessung der offenen Drogenszenen eine medizinische Antwort entgegenzustellen.

Mit ihren zwei Standorten in Zürich und Horgen sowie rund 130 Mitarbeitenden ist die Arud eine der grössten Institutionen in der Schweizer Suchtmedizin. Die enge Zusammenarbeit der Bereiche Psychiatrie/Psychotherapie, Allgemeinmedizin/Infektiologie und Sozialarbeit gewährleisten eine optimale Betreuung unserer Patientinnen und Patienten.

Die Arud ist ausserdem eine FMH-anerkannte Weiterbildungsstätte für angehende Fachärztinnen und Fachärzte (Psychiatrie und Psychotherapie, Allgemeine Innere Medizin) und Praxisausbildungsorganisation für angehende Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter. Sie führt eine eigene Forschungs- und Evaluationsabteilung.

Wofür steht der Name Arud?

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Die Arud wurde 1991 von Ärzten und anderen im Suchtbereich engagierten Personen als gemeinnütziger Verein gegründet und dieser erhielt den Namen: Arbeitsgemeinschaft für einen risikoarmen Umgang mit Drogen. Jahre später wurde der Name dann zu Arud Zentrum für Suchtmedizin angepasst.

Was macht die Arud?

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Die Arud bietet suchtbetroffenen Menschen eine umfassende und individuelle Therapie an. Das «Alles-unter-einem-Dach-Angebot» wird von vielen geschätzt: Psychiatrie und Psychotherapie, Innere Medizin, Hausarztangebot und Sozialarbeit befinden sich an einem Standort.

Dabei kann, muss aber nicht alles in Anspruch genommen werden. Ebenfalls ist die Arud spezialisiert auf die Behandlung von Hepatitis C, HIV und anderen Infektionserkrankungen und bietet auch hier Betroffenen eine adäquate Behandlung an, unabhängig davon, ob eine Suchtproblematik vorliegt oder nicht.

Als FMH-zertifizierte Weiterbildungsstätte für Psychiatrie und Psychotherapie und Allgemeine Innere Medizin bildet die Arud Fachpersonen im Suchtbereich aus und weiter.

Da die im Zusammenhang mit dem Konsum psychoaktiver Substanzen festzustellenden Schäden massgeblich durch die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bedingt sind engagiert sich die Arud suchtpolitisch auf nationaler und internationaler Ebene für einen vernünftigen, möglichst Schadensarmen Umgang mit legalen und illegalen Drogen.

Wann und warum wurde die Arud gegründet?

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1991 als Antwort auf die Schliessung der offenen Drogenszene in Zürich.

Was ist die Philosophie der Arud?

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Unser Ansatz ist nicht primär Abstinenz orientiert. Wir begegnen unseren Patientinnen und Patienten offen und unvoreingenommen. Wir respektieren ihre persönlichen Schicksale und Lebensentwürfe und akzeptieren, dass auch der Konsum von psychoaktiven Substanzen oder nicht substanzgebundenes Suchtverhalten dazugehören kann.

Wenn das Erreichen einer Abstinenz von den PatientInnen erwünscht ist, unterstützen wir sie natürlich auf diesem Weg.

Aktiver Konsum schliesst eine Therapie in keiner Art und Weise aus, denn für viele Betroffene ist der Gedanke sehr beängstigend, sofort komplett auf den Konsum zu verzichten. Statt der sofortigen Be-endigung des Konsums ist häufig das Anstreben einer kontrollierteren Form oder die Reduktion des Konsums ein sinnvolles Ziel. Nachhaltigkeit ist uns wichtig, deshalb stecken wir die Ziele mit den Be-troffenen gemeinsam und rechnen auch mögliche Rückfälle in die Therapie mit ein.

Wie finanziert sich die Arud?

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Die Arud ist ein nicht gewinnorientierter Verein (Non-Profit-Organisation). Unsere Leistungen rechnen wir wie andere Arztpraxen/Kliniken über die Krankenkassen ab.

Patientinnen und Patienten

Wie viele PatientInnen sind bei der Arud?

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Rund 2'000 Patientinnen und Patienten.

Kommen die PatientInnen freiwillig zur Arud?

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Ja, Betroffene melden sich selber für eine Therapie oder werden mit ihrer Zustimmung von anderen Fachstellen, Institutionen oder von in der Praxis tätigen (Haus)ärzten an uns überwiesen.

Aufgrund von welchen Substanzen sind die PatientInnen bei der Arud?

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Die Hälfte der PatientInnen ist aufgrund einer Heroinabhängigkeit bei der Arud, die andere Hälfte aufgrund von:

  • Cannabis, Alkohol, Tabak, Kokain Medikamentenabhängigkeit
  • Party-/Designerdrogen und weitere Substanzen
  • Nicht-substanzbezogene Süchte wie Sexsucht, Onlinesucht …
  • Für eine Hepatitis C Behandlung, unabhängig von einer Abhängigkeit

Was für Leute sind bei der Arud in Therapie?

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Ein Blick in unsere Wartezimmer bestätigt, was wir – und auch die Wissenschaft – immer wieder sagen: Sucht kann jeden und jede betreffen, unabhängig von Einkommen, Alter oder Herkunft.

Bei der Arud sind Menschen, die obdachlos sind, sowie auch Betroffene, die mehrere Immobilien besitzen. Leute in Trainerhosen wie auch im Anzug. Hausfrauen, Väter, Sozialbezüger, Manager etc. Dem Cliché einer verwahrlosten abhängigen Person, der man die Sucht ansieht, entsprechen nur etwas 10% der Suchtbetroffenen.

Substanzen

Welche Droge ist die schlimmste? Welche Substanz macht am abhängigsten?

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Wir sprechen grundsätzlich von «psychoaktiven Substanzen» oder einfach «Substanzen». Mit Drogen werden meist illegale Substanzen bezeichnet, wobei sehr viele Menschen abhängig sind von legalen Substanzen wie Tabak und Alkohol.

Die Substanzen sind der Schädlichkeit nach eingeordnet und im jeweiligen Balken geben die Farben Auskunft darüber, in Bezug auf was. Also z.B.: Schaden für den Körper, oder für die Gesellschaft etc.

Therapie

Wie lange dauert eine Therapie?

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Das ist für jede Patientin und jeden Patienten individuell. Je nach Ausgangslage, Abhängigkeit, Krank-heitsgeschichte etc. kann es sein, dass jemand auf 2-3 Gespräche zur Arud kommt, 2-3 Jahre in Therapie ist oder eben seit mehr als 20 Jahren bei uns ist.

Es gibt nicht ein Programm, dass wir allen PatientInnen aufzwingen können und danach sind sie geheilt. Sucht ist ein zusammenkommen von verschiedenen komplexen Faktoren: physischen, genetischen und sozialen – da ist auch jede Therapie und somit ihre Dauer individuell.

Mit welchem Ansatz arbeitet die Arud?

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Die Arud arbeitet mit Motivational Interviewing.

Was sind die Erfolgschance, wie hoch ist die Erfolgsquote?

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Dazu müssten wir zuerst Erfolg definieren: Für viele ist das eine Abstinenz. Das ist aber schwierig zu messen, dazu müssten wir unsere PatientInnnen nach Austritt bei der Arud bis ans Lebensende über-wachen. Und das ist nicht wirklich realitätsnah.

Zudem ist das Leben sehr dynamisch, mit Höhen und Tiefen und es ist menschlich, dass sich suchtbetroffene Menschen mehrmals im Leben Unterstützung von einer Fachperson holen. So wie übrigens bei allen psychischen Erkrankungen  siehe nächste Frage: Warum wird jemand süchtig.

Für uns ist viel mehr wichtig, dass sich die Lebensqualität und Gesundheit der Menschen verbessern und wir Betroffene nachhaltig unterstützen können. Dabei ist es normal– und in die Therapie eingeplant – dass jemand Rückfälle haben kann, auch Jahre später. Unsere Behandlung ist langfristig ange-setzt.

Manchmal ist es aber auch schon ein Erfolg, wenn eine Person, die zum Beispiel immer wieder Überdosierungen hat beim Konsum, dank der Therapie überlebt. Allgemein ist jeder Schaden, der durch eine Therapie abgewendet werden kann, ein Erfolg. Wir sprechen in der Suchtmedizin von Schadens-minderung, oder auf Englisch Harm Reduction.

Ein Erfolg kann z.B. sein: - wenn jemand die Arud bei einem Rückfall wieder aufsucht und sich Hilfe holt - wenn jemand sich dank der Therapie besser fühlt - wenn jemand sein Konsumziel erreichen kann - wenn arbeitslose Betroffene wieder einer Tätigkeit nachgehen können - wenn eine vorher nicht diagnostizierte Krankheit erkannt wird, wie z.B. ADHS oder Burnout

Somit gibt es keine fixen Zahlen oder Quoten, aber das Feedback der PatientInnen und die Nachfrage nach einer Therapie bei der Arud von neuen PatientInnen lässt uns optimistisch sein, dass unsere Arbeit für Betroffene hilfreich ist. Es ist grossartig, wenn jemand nicht mehr zur Arud kommt, weil die Person uns nicht mehr braucht. Es hat aber gar nichts verwerfliches, wenn jemand aufgrund seines Gesundheitszustandes mehrmals eine Therapie macht oder längerfristig die Arud besucht.

Sucht / Abhängigkeit

Warum wird jemand süchtig?

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Sucht ist ein zusammenkommen vieler verschiedener Komponenten. Menschen die risikoreich konsumieren, machen das aus verschiedenen Gründen. Ob jemand die Kontrolle über den Konsum verliert oder nicht hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Abhängigkeitspotential der Substanz
  • Gesundheitszustand der Person
  • Psychische Vorerkrankungen (Depressionen, ADHS, Burnout, Schizophrenie, Angststörungen, Trauma)
  • Soziales Umfeld (Das aktuelle, aber auch, wie jemand aufgewachsen ist)
  • Genetische Faktoren

Die Krankheitsbilder unterscheiden sich und auch das Leben der Menschen, mit oder nach einer Therapie. So kann es sein, dass jemand 2 Jahre bei der Arud in Therapie ist und danach nie mehr ein Problem mit Abhängigkeit hat. Andere Menschen sind seit der Gründung der Arud vor 30 Jahren bei uns in Therapie. Und wieder andere Menschen leiden unter psychischen Krankheiten wie ADHS oder Depressionen – da ist es „normal“, dass im Leben mehrmals Episoden auftauchen werden, wo professionelle Hilfe ratsam ist.

Oft ist der wiederholte und unkontrollierte Konsum ein Versuch der Selbstmedikation. Es kann z.B. sein, dass jemand unter Depressionen leidet und der Konsum «hilft» das auszuhalten. Wenige holen sich Hilfe da Abhängigkeit in unsere Gesellschaft ein grosses Tabuthema ist und Betroffene immer noch verurteilt werden.

Ab wann ist man süchtig?

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Auch hier ist die Antwort nicht klar schwarz/weiss: süchtig ja, süchtig nein. Wir erklären das gerne als Spektrum: Es beginnt bei abstinent und hört bei abhängig auf. Dazwischen gibt es vieles. Nicht alle, die regelmässig konsumieren sind süchtig und nicht alle, die nur ab und zu konsumieren, sind gesund.

So kann zum Beispiel schon monatliches Binge Drinking dauerhafte Leberschäden verursachen, ohne dass jemand süchtig ist und wir sprechen wir hierbei von risikoreichem Konsum. Auch bei diesem ist es ratsam, sich professionelle Hilfe zu holen.

Untenstehend sehen sie fünf Faktoren, die ein Indikator sein könnten, um eine Fachperson aufzusuchen: Die WHO definiert eine Abhängigkeit anhand von sechs Kriterien, von denen mindestens drei über einen bestimmten Zeitraum zutreffen müssen:

  1. Starkes Verlangen
  2. Verminderte Kontrollfähigkeit in Bezug auf Konsummenge, -beginn oder –ende
  3. Körperliche Entzugserscheinungen bei Konsumstopp oder –reduktion
  4. Toleranzentwicklung5. Vernachlässigung anderer Interessen
  5. Anhaltender Konsum trotz offensichtlicher negativer Auswirkungen

Ist Sucht eine Krankheit?

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Ja. Auch laut WHO ist Sucht eine Abhängigkeitserkrankung. In der Mehrheit aller Fälle gehen einer Sucht andere psychische Erkrankungen voraus oder eine Abhängigkeit entsteht durch den Versuch einer Selbstmedikation.

Die Entstehung eines problematischen oder abhängigen Konsums und von Verhaltenssüchten ist durch viele Faktoren mitbedingt, auf die die Betroffenen keinen Einfluss haben und die sie sich nicht ausgesucht haben. Abhängiger Konsum und Verhaltenssüchte werden zu den psychischen Erkrankungen gezählt.

Was ist besser, Abstinenz oder Konsumreduktion?

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Das ist individuell und für alle Menschen verschieden. Je nach Persönlichkeit, psychischer Verfassung, Lebensumstände und Substanz

Substitutionstherapie (OAT)

Was ist eine Substitutionstherapie?

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Die Substitutionstherapie wird heute Opioid-Agonisten-Therapie (OAT) genannt.

Substitution heisst «Ersatz». Die Basis der OAT ist das Ersetzen des verunreinigten Strassenheroins mit pharmazeutisch hergestellten Medikamenten. Der Konsum findet nicht auf der Strasse statt, sondern in einem geschützten, medizinischen Rahmen.

Ziele/Vorteile der OAT?

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  • Betroffene haben keine Entzugssymptome und somit kein Beschaffungsdruck mehr
  • Konsumierende nehmen reine Substanz zu sich, in medizinischen Rahmen, ausgehändigt von einer Fachperson
  • Probleme mit dem Konsum oder der Gesundheit werden vom Personal rasch erkannt und können grad besprochen und behandelt werden
  • Konsumierende wissen, welche Dosis sie konsumieren (auf der Strasse ist das unmöglich und gefährlich)
  • Strukturierter Tagesablauf und sozialer Kontakt für Betroffene
  • Gesundheit von Konsumierenden verbessern
  • Regulierte Abgabe statt Schwarzmarkt
  • Weniger Beschaffungskriminalität
  • Sicherere Umgebung für Bewohner z.B. einer Stadt schaffen

OAT ist ebenfalls eine Lebenserhaltende Massnahme und senkt das Vorkommen von Überdosierung auf ein Minimum. Für viele Konsumierende eine OAT der erste Schritt zurück in ein geregeltes Leben und hilft, wieder Fuss in der Gesellschaft zu fassen.

Die Dosis und Konsumfrequenz werden mit Ärzten und Fachpersonen in Zusammenarbeit mit den Konsumierenden im Rahmen der Therapie festgelegt und fortlaufend geprüft, immer im Sinne der PatientInnen, was das geeignetste für Ihre Gesundheit und Wohlbefinden ist.

Was für Medikamente werden in einer OAT verwendet?

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Methadon, Buprenorphin, Morphin oder L-Polamidon

Was ist eine Heroingestützte Therapie?

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Diese Therapie ist vom Prinzip her identisch wie die OAT, als Medikament wird jedoch pharmazeutisch hergestelltes Heroin verwendet: sogenanntes Diaphin.

Die Heroingestützte Therapie wurde 3 Jahre nach Einführung der OAT auf Drängen verschiedener Fachleute zum ersten Mal weltweit von der Arud als wissenschaftlicher Versuch angeboten. Dies, weil nicht alle Menschen gut auf die Medikamente der OAT regieren.

Und eine Therapie dann am wirkungsvollsten, wenn das Medikament gut vertragen wird und kein Verlangen mehr nach Strassenheroin besteht.

In Studien (u.a. der Arud) konnte bewiesen werden, dass eine Heroingestützte Therapie genau so wirkungsvoll ist, wie eine OAT und somit hatte sich die Heroingestützte Therapie etabliert.

Was sind die Aufnahmebedingungen für eine OAT?

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Laut Schweizer Gesetz: Bestehen einer Opioidabhängigkeit mittles einer Urinprobe.

Was sind die Aufnahmebedingungen für eine Heroingestützte Therapie?

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Laut Schweizer Gesetz: - Zweijährige Opioid-abhängigkeit - Mindestalter 18 Jahre - Wohnsitz im Kanton Zürich - Zwei Behandlungsversuche mit anderen Verfahren (medizinisch angezeigte Ausnahmen sind möglich)

Wieso sind die Aufnahmebedingungen für eine Heroingestützte Therapie anders als bei einer OAT?

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Medizinisch gesehen ist eine OAT und Heroingestützte Therapie vom Prinzip her dasselbe. Leider gibt es gegenüber Heroin als Medikament aus geschichtlichen und politischen Gründen sehr viele Vorurteile, deswegen ist die gesetzliche Vorgabe für eine Heroingestützte Therapie restriktiver als für eine OAT.

Das ist stigmatisierend und belastend für Betroffene, die auf eine Heroingestützte Therapie besser ansprechen. Diaphin darf nicht mitgegeben werden, wie z.B. Methadon für 3 Wochen oder für Ferienaufenthalte. So müssen PatientInnen jeden Tag mehrmals täglich zur Arud kommen. Das ist eine enorme Belastung für jemanden, der oder die einer Arbeit nachgeht oder nicht grad in der Nähe wohnt. Zudem müssen PatientInnen während Ferienaufenthalten andere Medikament zu sich nehmen, was wiederum sehr unangenehme körperliche Nebenwirkungen haben kann.

Aus medizinischer Sicht macht der Unterschied dieser Handhabung keinen Sinn. Fachleute sollten Anhand der PatientInnen und der Verträglichkeit der Medikamente das bestmögliche Produkt für eine Therapie auswählen dürfen. Leider ist das Thema aber nicht sehr interessant für die heutige Politik und deshalb finden die Forderungen der Fachwelt, dieses Stigma endlich zu beenden, wenig Gehör bei den Verantwortlichen.

Wie läuft eine OAT oder Heroingestützte Therapie ab?

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Bei einem Erstgespräch wird mittels Urinprobe ermittelt, ob eine Opioidabhängigkeit vorliegt. Danach kann, je nach gewähltem Substitut (Medikament) sofort mit einer Therapie begonnen werden. Bei der Arud wird dazu ein psychischer und physischer Check-Up gemacht und dann gemeinsam mit einem Arzt oder einer Ärztin die Dosis festgelegt.

Die PatientInnen kommen dann regelmässig für den Bezug der Medikamente sowie wenn angebracht, für weitere Therapiemassnahmen zur Arud.

Werden die Medikamente gespritzt?

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Die meisten PatientInnen bevorzugen Ihre Medikamente in Tablettenform, es gibt aber auch solche, die noch Spritzen verwenden.

Konsumiert ein Süchtiger nicht automatisch mehr, wenn es bei euch abgegeben wird? Sie unterstützen den Konsum ja fast schon.

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Die Patienten und Patientinnen der Arud konsumieren nicht mehr, aber sauberer. Die Dosis wird weitgehend von den Betroffenen bestimmt, und sie passen sie nach Möglichkeit eher nach unten an oder bleiben stabil auf jener Menge, die für sie ein möglichst beschwerdefreies Leben ermöglicht.

Verhindert eine OAT nicht den Ausstieg aus den Drogen?

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Gewisse unserer PatientInnen sind durch ihre Vorgeschichte psychisch, körperlich und sozial dermassen geschädigt und beeinträchtigt, dass sie vielleicht für den Rest ihres Lebens eine Behandlung brauchen.

Die OAT schützt das Leben der Betroffenen und stellt die Grundlage für weitere therapeutische Angebote dar: Patienten erhalten sozialarbeiterische, psychologische und medizinische Unterstützung. Dies verbessert die Gesundheit der Betroffenen und ermöglicht den meisten, in der Gesellschaft wieder Fuss zu fassen und einen geregelten Tagesablauf zu haben.

Insofern stimmt es, dass gewisse Menschen nie ein substanz- oder medikamentenfreies Leben haben werden.

Sind die heroingestützte Behandlung und die OAT für den Steuerzahler zumutbar?

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Menschen, die gesünder sind und sich ihren Stoff nicht illegal beschaffen müssen, kosten den Staat weniger: - weniger Beschaffungskriminalität - Polizei hat weniger Kontrollaufwand - weniger Schädigung wegen unreiner Substanzen - Die Behandlung bei der Arud hilft der Mehrheit der Konsumierenden, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren und im ersten oder zweiten Arbeitsmarkt tätig zu sein.

Suchtpolitik

Sollten alle psychoaktiven Subtanzen legalisiert und frei verkauft werden?

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Nein. Die Arud ist dafür, dass der Konsum aller Substanzen entkriminalisiert wird – der Konsum also nicht strafbar ist. Um die Bevölkerung, vor allem Jugendlichen, zu schützen, müssen aber gewisse Vorschriften gelten. Das ist mittels Marktregulierung möglich.

Was ist Marktregulierung und was bringt es?

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Marktregulierung gibt vor: ... wer die Substanz anbauen darf ... verkaufen darf ... konsumieren darf

Am Beispiel von Alkohol lässt sich das sehr gut aufzeigen: Durch die Marktregulierung wird sichergestellt, dass die Substanz rein ist und nur an bezeichneten Orten legal gekauft werden kann. Jugendliche dürfen nicht konsumieren und der Staat finanziert die Prävention durch die Steuern, welche auf die Umsätze des Verkaufs gehoben werden.

Das ist alles zusammen ist deutlich wirksamer als Verbote.

Wieso sind gewisse Drogen illegal?

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Welche Drogen legal und welche verboten sind, hat sich im Laufe der Zeit immer wieder geändert: je nach kulturellem Kontext, moralischen Vorstellungen und finanziellen sowie machtpolitischen Interessen der Herrschenden.

Wenn alle Drogen verboten und keine verkauft würden, wären die Menschen dann nicht alle clean?

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Nein. Die Menschen haben seit Jahrtausenden psychoaktive Substanzen konsumiert. Jede Gesellschaftsform auf dieser Welt konsumiert psychoaktive Substanzen.

Was ist Repression?

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Repression ist die Durchsetzung von Vorgaben und Gesetzen, im extremsten Fall von Verboten. In Bezug auf die Drogenpolitik heisst das, dass der Anbau, Verkauf und Konsum strafrechtlich verfolgt werden. Verbote haben sich als nicht effektiv, ja sogar kontraproduktiv erwiesen. Es werden trotzdem tonnenweise Heroin und Cannabis in die Schweiz geschmuggelt, verkauft und konsumiert. Ent-scheidend dabei: Ein Grossteil der Substanzen ist verunreinigt und somit sehr gesundheitsschädigend. Konsumenten werden in die Illegalität abgedrängt.

Empfehlenswerte Links und Literatur rund um die Platzspitz-Zeit:

Zürcher "Needle-Park": ein Stück Drogengeschichte und –politik 1968-2008, Peter Grob

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Kleines, kompaktes & informatives Buch.

Das blutige Auge des Platzspitzhirschs, André Seidenberg

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Gibt einen prima Einblick in die Platzspitzzeit.

Artikel des Tagesanzeigers

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SRF Reportage

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Bericht eines Betroffenen, mit der Arud

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Artikel rund um das Thema Sucht

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Infos über Substanzen und Ihre Wirkung

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Zahlen und Statistiken rund um das Thema Sucht und Substanzen

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So können Sie sich ganz einfach und ohne Aufwand für eine fortschrittliche Suchtpolitik engagieren

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